Insolvenzantrag richtig stellen: Geschäftsführung behalten
1. Juli 2011 von redaktionDas Schrecklichste, was einem Unternehmer passierten kann ist der Insolvenzantrag. Denn bei Zahlungsunfähigkeit kann auch der beste Geschäftsführer nicht kalkulieren, was ihm und seinem Geschäft nach dem Insolvenzantrag passiert. Dies sind Risiken, die man vermeiden kann und dabei hilft die Bundesregierung.
Stets gefürchtet, oft zu später gestellt: Der Insolvenzantrag ist eigentlich dann zu beantragen wenn die Zahlungsunfähigkeit droht. Nicht, wenn sie bereits eingetreten ist. Doch die Praxis zeigt, dass es häufig anders aussieht. Oft wird die Grenze zwischen drohender und bereits eingetretener Zahlungsunfähigkeit gar nicht erkannt. Unternehmen scheuen sich vor der Beantragung einer Insolvenz auch, weil sie erstens nicht wissen, was die Zukunft bringt, zweitens das Image leidet, drittens Alternativen nicht möglich erscheinen.
Besonders kleine und mittelständische Unternehmen sind nur schwer in der Lage zu erkennen, wann die Grenze zwischen Drohung und Gefahr überschritten ist. Sie stellen den Insolvenzantrag meistens viel zu spät. Psychologisch ist dieser Umstand durchaus erklärbar: Wer größtenteils in sein Unternehmen investierte, kann schlecht die Reißleine ziehen. Auch die Angst vor dem Imageverlust ist groß, obwohl in vielen Fällen externe Ursachen die größte Rolle bei einer drohenden Zahlungsunfähigkeit spielen.
Allerdings kann man nur Mut machen. Denn Angst um das persönliche Ansehen ist fehl am Platz. Denn schließlich kann ein Unternehmer für das Stornieren von Aufträgen ebenso wenig wie für Zahlungsausfälle. Die Angst vor dem sozialem Abstieg ist ebenfalls unbegründet. Meistens schafft man als Unternehmer nach der Insolvenz den Neustart, man profitiert sogar aus Erfahrungen, die man während der Insolvenzphase gewonnen hat. Ein Problem aber ist die deutsche Mentalität. Während es in den USA nichts anrüchiges ist zu scheitern, tun sich die Deutschen damit etwas schwerer. Dabei ist eine Insolvenz ja eigentlich nichts weiter als eine Episode des Unternehmertums.
Quelle: mittelstanddirekt
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